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Sieben Gedanken zu Konferenz-Videos

Foto: © Fotolia/tockphoto-mania

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Im zurückliegenden Jahr war ich wieder auf zahlreichen Veranstaltungen und Konferenzen. Insbesondere bei Konferenzveranstaltern habe ich dabei immer wieder die Frage gestellt bekommen, ob ich über die Veranstaltung berichten würde. Tatsächlich ist der berichtenswerte Inhalt bei Konferenzformaten oft das gesprochene Wort – die Vorträge und Podiumsdiskussionen. Als vorwiegend digital Publizierender fragte ich VeranstalterInnen deshalb nach Videomitschnitten der Reden und Streitgespräche. In den meisten Fällen fiel die Antwort nicht positiv aus.

Dabei ist die Produktion von Videoinhalten nicht so schwierig. Ziel sind ja keine Filme, die vor Computergrafiken, schnellen Schnitten und fancy Musik strotzen oder Hollywood-Blockbustern Konkurrenz machen könnten. Ziel ist es, die Teilnehmer und die potentiellen Teilnehmer mit guten Inhalten zu erreichen und damit die Qualität der eigenen Veranstaltung zu unterstreichen.

Da Unternehmen für mich durch die Digitalisierung immer stärker zu publizierenden Einheiten werden, möchte ich Ihnen gern sieben Punkte an die Hand geben, die Ihnen die Vorteile von Videoinhalten zu Veranstaltungsformaten aufzeigen und Ihnen vielleicht helfen, das Thema Video für Ihre nächste Veranstaltung anzugehen.

1. Reden hilft

Sprechen Sie frühzeitig mit Ihren PodiumsteilnehmerInnen und Referentinnen über Videoaufzeichnungen. So erleben Sie vor Ort keine bösen Überraschungen und können bereits lange vor der Konferenz die Produktion von Inhalten planen bzw. planen lassen.

2. Profis helfen auch

Suchen Sie sich Profis für die Erstellung von Videoinhalten. Gute Bilder und guter Ton machen nicht nur einen besseren Eindruck bei den Zuschauern, sie sorgen auch dafür, dass sich Ihre Interviewgäste hinterher gut fühlen und Ihre Inhalte in der Branche Verbreitung finden.

3. Strategie nicht vergessen

Entwickeln Sie rechtzeitig eine Content-Strategie. Welche Inhalte können Sie kurzfristig, vielleicht schon während der Veranstaltung publizieren? Welche sollten zügig nach der Veranstaltung veröffentlicht werden? Welche Videos sind passend für eine spätere Veröffentlichung?

Meine Empfehlung: Insbesondere kurze Videos, die eine knackige Frage sowie eine gute und kompakte Antwort beinhalten, können schnell umgesetzt und somit noch während der Veranstaltung veröffentlicht werden. Wo? Auf Kanälen wie Twitter, YouTube, Instagram und Facebook funktioniert das ganz gut. Insbesondere dann, wenn man den kurzen Beiträgen noch etwas Marketing-Geld auf den Plattformen spendiert.

4. Einen Kopf finden

Mein Partner Peter Schwierz ist in Sachen Video-Produktion bereits lange unterwegs. Er hat mir immer wieder gesagt, dass eine gute Videoproduktion immer auch einen Kopf vor der Kamera braucht. Ich habe selbst lang daran gezweifelt, kann aber inzwischen nur zustimmen. Videoinhalte werden authentischer und sympathischer, wenn man als Zuschauer den Absender kennt. Ganz nebenbei profitiert dieser Kopf auch noch – durch steigende Bekanntheit in der Branche und natürlich Expertise. Sind Sie es selbst, der der Kopf sein soll? Oder hilft es Ihnen, wenn Sie eine Kollegin oder einen Kollegen dafür aufbauen? Für Ihre Inhalte sind die Antworten auf solche Fragen relevant.

5. Kennzahlen

Legen Sie sinnvolle Kennzahlen fest. Auf den verschiedenen Plattformen sind dieses sehr unterschiedlich. Mal ist es die Anzahl der Zuschauer, mal ist das häufige Teilen von Inhalten wichtiger. Schauen Sie doch mal bei der Konkurrenz, welche offensichtlichen Zahlen Sie dort sehen können und überlegen Sie, ob die Ihnen weiterhelfen. Darüber hinaus hilft es sicherlich, wenn man überlegt, wie man den Impact von Videoinhalten eruieren kann. Fragt man in der nächsten Marktforschung oder Kundenbefragung zu den Inhalten? Oder schaut man, wo das Video zusätzlich verlinkt oder veröffentlicht wurde?

6. Veröffentlichungen takten

Verpulvern Sie Ihren Videoschatz nicht. Dosieren Sie ihn sparsam und wirkungsvoll. Es muss nicht alles schnell raus, sondern zur richtigen Zeit. Je nach Nachrichten- und Themenlage Ihrer Branche gibt es dafür eine sehr unterschiedliche Taktung.

7. Inhalte recyceln

Nicht jeder potenzielle Zuschauer hat Ihr Video schon gesehen, nur weil Sie es auf einem Kanal veröffentlicht haben. Erst in der Summe der Kanäle werden Sie auch die höchste Reichweite erzielen und die höchste Zahl an Zuschauer erreichen können. Es lohnt sich also, bei einzelnen Inhalten mal eine Kurzversion schneiden zu lassen und erst danach eine vollständige Version. Letztendlich kann man einzelne Teile womöglich noch für eine Art „Best of“-Folge aufbereiten lassen. So haben Sie aus einem Inhalt schon mal drei Teile gezogen und können diese über die verschiedenen Kanäle distribuieren.

Recycling meint auch, dass Sie Videomaterial für einen möglichen Trailer zur nächsten Veranstaltung aus den Aufzeichnungen aufbereiten können. Bereits veröffentliche Interviews und Vorträge kann man mit passenden Infos zum neuen Event wiederholt verlinken.

Generell gilt:

Tasten Sie sich an das Thema Video heran. Die erste Produktion muss kein Blockbuster werden. Vielleicht starten Sie mit ein oder zwei aufgezeichneten Vorträgen und drei kurzen Interviews? Dies ist Aufwand. Aber aus der Erfahrung kann ich sagen, dass eine gute Planung diesen Umfang auch mit einem kleinen Team möglich macht.

Über den Autor:
jst-autorenbildJens Stoewhase ist verantwortlicher Redakteur für medienrot.de und Geschäftsführer der Rabbit Publishing GmbH, die das Onlinejournal medienrot.de im Auftrag der Landau Media AG betreibt. Dabei ist er auch immer wieder als Produzent von Videoinhalten aktiv. Bis Ende 2011 betreute er selbst u.a. die digitalen Aktivitäten zahlreicher kommerzieller Kinder- und Jugendmagazine und YPS. Stoewhase arbeitete vorher jahrelang für den Onlinebereich der TV-Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, als Freelancer im Musikbereich und entwickelte Konzepte für digitale Angebote im Entertainmentsegment.

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